Stromausfall !!

 

Strom weg, Heizung tot: letzte Woche saßen Menschen in Berlin in kalten und dunklen Wohnungen und jeder stellte sich die Frage, wie kann das in Deutschland passieren.

 

Der großflächige Stromausfall nach einem Anschlag in Berlin kam zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn die Temperaturen lagen bei minus 5 Grad tagsüber und nachts sogar bei minus 12 Grad. Für viele Betroffene bedeutete das nicht nur Dunkelheit, sondern vor allem fehlende Wärme. Ein Alltag der sich plötzlich um Kerzen, dicke Winterkleidung, geschlossene Supermärkte und Powerbanks dreht. Stromausfall im Sommer ist ärgerlich, doch im Winter wird es schnell zur Belastungsprobe für Körper und Seele. Strom ist heutzutage selbstverständlich – alles in unserem modernen Leben hängt davon ab. Früher war Strom ein Luxus, heute dagegen eine Alltagsgrundlage. Dass der Strom aus der Steckdose kommt, ist für uns einfach selbstverständlich und kaum einer ist auf einen großflächigen Blackout vorbereitet.

 

Wir hatten einmal einen dreitägigen Stromausfall und soweit ich mich erinnern kann, war das Sturmtief Wiebke schuld. Damals waren die Temperaturen ähnlich kalt und alle netzbetriebenen Geräte funktionierten nicht mehr. Licht, Kühlschrank, Klingel, Waschmaschine und die Heizungen jeglicher Art fallen aus. Glücklich schätzen konnten die, die einen Holzofen oder Kamin im Hause hatten. Der Stromausfall war damals hauptsächlich in der ländlichen Gegend. In der Stadt Rosenheim war nach einem Tag das Problem behoben und ich ging liebend gerne zur Arbeit in mein kuschlig warmes Büro. Das Wasser für den Tee oder Kaffee wurde im Fondue Topf gekocht und dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Not macht eben erfinderisch und Grillen im Winter der Trend. Zum Glück wohnte mein Bruder in Rosenheim, wir konnten dort warm duschen und haben die letzte stromlose Nacht auch dort geschlafen. Was die Menschen in Berlin mitmachen mussten, kann ich mir gut vorstellen.

Leider gehöre ich zu den Menschen, die schneller frieren und ich werde im Herbst häufig belächelt, wenn andere noch in kurzen Hosen herumlaufen und ich bereit meine Heizweste trage. Mit fehlt Körperfett und Muskelmasse, dazu frieren Frauen tendenziell schneller als Männer. Doch ein Heißgetränk und Zwiebellook, also mehrere Kleidungsstücke übereinander tragen, hilft meist. Eigentlich wollte ich mit Tulpen & Co. noch etwas warten, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Warum auch? Der erste frühlingshafte Blumengruß steht nun auf meinem Esstisch und ich habe mir im Winter den Frühling ins Haus geholt.